02.Apr 2025

Fall des Monats: 8 Jahre alte EKH mit rechtsseitiger Lahmheit nach einem Spaziergang

 

Signalement und Anamnese

  • 8 Jahre alte europäische Kurzhaarkatze, männlich-kastriert, mit rechtsseitiger Lahmheit nach einem Spaziergang

Zur weiteren Abklärung wurden folgende Röntgenbilder angefertigt:

Röntgenbeschreibung

  • Rechtsseitige Luxation des Coxofemoralgelenks mit kraniodorsaler Verlagerung des Femurkopfes. Das Acetabulum ist regelrecht ausgebildet. In der Nähe der ehemaligen Gelenkpfanne zeigt sich ein kleines, trianguläres ossäres Fragment. Passend dazu findet sich an der Gelenkpfanne ein Frakturbett, vereinbar mit einer Avulsionsfraktur des Ligamentum capitis ossis femoris. Geringgradige Weichteilschwellung im Bereich des betroffenen rechten Hüftgelenks
  • Das kontralaterale linke Coxofemoralgelenk ist unauffällig
  • Die übrigen Beckenknochen, die im Bildausschnitt erfassten langen Röhrenknochen sowie die inkludierte Lendenwirbelsäule sind unauffällig
  • Im kaudalen Abdomen sind geringgradige streifige Veränderungen im Fettgewebe (fat-stranding), verdächtig für einen geringgradigen Peritonealerguss

Diagnose

  • Traumatische, kraniodorsale Hüftluxation rechts mit begleitender Avulsionsfraktur des Ligamentum capitis ossis femoris
  • Geringgradige assoziierte peritoneale Blutung 

Ausgang 

  • Nach erfolgter chirurgischer Reposition kam es zunächst zu einer guten Belastung der Gliedmaße, jedoch führte eine erneute Subluxation zur Entscheidung für eine Femurkopfresektion
  • Sechs Monate später bewegt sich die Katze schmerzfrei mit nur minimaler Lahmheit nach starker Belastung

Diskussion

  • Die Coxofemorale Luxation macht bis zu 90 % aller Luxationen in der Kleintiermedizin aus und führt meist aufgrund des starken Einflusses der mittleren Glutealmuskeln zu einer kraniodorsalen Verlagerung des Femurkopfes
  • Bei ausgewachsenen Tieren ist die Luxation häufiger, während bei jungen Tieren häufiger Salter-Harris Typ I Frakturen der proximalen Femurphysis auftreten
  • Die Röntgenuntersuchung ist entscheidend, um die Richtung der Luxation und mögliche zusätzliche Verletzungen wie Frakturen oder eine Avulsionsfraktur des Ligamentum capitis ossis femoris zu beurteilen
  • Die Prognose wird durch eine bestehende Hüftdysplasie (HD) verschlechtert, da diese das Risiko für wiederholte Luxationen erhöht und zu Komplikationen wie Pseudoarthrose oder periostalen Reaktionen bei chronischen Fällen führen kann

Der Fall steht zur Betrachtung unter folgendem Link zur Verfügung:

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Wir danken Dr. DECVDI Thorsten Rick für diesen spannenden Fallbericht

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