Fall des Monats: 8-jährige Mischlingshündin mit intermittierendem Erbrechen
Signalement und Anamnese
- Mischlingshündin, weiblich kastriert, 8 Jahre
- intermittierendes Erbrechen
Zur weiteren Abklärung wurden folgende Röntgenbilder angefertigt:

Röntgenbeschreibung
- Im Bereich des Magens zeigt sich eine ovale, geometrisch geformte, weichteil- bis teilmineraldichte Struktur mit gleichmäßiger Begrenzung.Die Struktur weist eine breite Wand und ein zentral gelegenes, weniger röntgendichtes Zentrum auf. Der Längsdurchmesser beträgt etwa 1,5 Wirbelkörperlängen. In der ventrodorsalen Projektion erscheint die Struktur als heterogenes weichteildichtes Material im Bereich des Antrum pyloricum. Die Befundkonstellation spricht für einen intragastral lokalisierten Fremdkörper im Bereich des Antrums pyloricum
- Es bestehen keine Hinweise auf eine gastrointestinale Obstruktion: Die Darmschlingen zeigen sich unauffällig in Lage und Durchmesser, es sind keine abnormalen Gasansammlungen, dilatierten Dünndarmabschnitte oder intraluminale Fremdmaterialien erkennbar. Freies peritoneales Gas oder Hinweise auf eine Perforation sind nicht nachweisbar
- Die Milz erscheint subjektiv geringgradig generalisiert vergrößert. Die übrigen abdominalen Parenchymorgane zeigen sich unauffällig. Skeletale Begleitbefunde umfassen gering- bis mittelgradige ventrale Spondylosen auf Höhe L5/6 sowie periartikuläre Osteoarthrosen an den Articular-Process-Gelenken von L1 bis L4
Diagnose
- Geometrischer Magenfremdkörper, vermutlich ein Tennisball
- Im Hinblick auf den Vorbericht ist der Fremdkörper wahrscheinlich partiell obstruktiv
Ausgang
- Ein Tennisball wurde durch Gastroskopie aus dem Magen entfernt
Diskussion
- Erbrechen ist eines der häufigsten Anzeichen für Magenfremdkörper bei Hunden
- Große Fremdkörper können den Magenausgang vollständig blockieren, was zu häufigem Erbrechen führt
- Kleinere Objekte verursachen eher intermittierendes Erbrechen, wobei die Tiere oft weiterhin fressen und aktiv bleiben
- Aufgrund der anatomischen Lage des Magens sind Fremdkörper meist nicht palpierbar, daher sind bildgebende Verfahren wie Röntgen und Ultraschall entscheidend
- Tennisbälle zeigen im Röntgenbild eine charakteristische Architektur mit einer breiten Wand und einem röntgendurchlässigen Zentrum, was ihre Identifikation erleichtert
Der Fall steht zur Betrachtung unter folgendem Link zur Verfügung:
https://community.veheri.com/cases/2120774750 (via "open review mode")
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Wir danken Dr. DECVDI Thorsten Rick für diesen spannenden Fallbericht
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