27.Jul 2025

Fall des Monats: 4-jährige Beaglehündin mit chronischem Husten und Herzgeräusch 3/6

 

Signalement und Anamnese 

  • Beagle, 4 Jahre, weiblich kastriert
  • chronischer Husten
  • Herzgeräusch 3/6

Zur weiteren Abklärung wurden folgende Röntgenbilder angefertigt:

Röntgenbeschreibung

  • In der lateralen sowie ventrodorsalen Thoraxaufnahme zeigt sich eine Vergrößerung der rechten Herzsilhouette mit Betonung des rechten Ventrikels. Dies manifestiert sich in einer konvexen Kontur des Herzrandes im Bereich der 5- bis 9-Uhr-Position der Herzuhr
  • Zusätzlich fällt eine prominente Ausbuchtung im Bereich des Truncus pulmonalis auf – erkennbar bei ca. 1 Uhr in der VD-Projektion sowie bei 9–10 Uhr in der lateralen Aufnahme
  • Die Aorta (11–1 Uhr), der linke Vorhof (6–7 Uhr, bzw. 12-2 Uhr auf der lateralen Aufnahme) sowie die linke Herzkammer (2–5 Uhr) erscheinen normal konfiguriert, ohne Hinweise auf kardiale Vergrößerungen in diesen Abschnitten
  • Die peripheren Lungenarterien wirken insgesamt schmal. Das Lungenparenchym zeigt eine regelrechte Dichte und Zeichnung ohne Anzeichen für pulmonale Stauung, Lungenödem oder sonstige pathologische Veränderungen. Die Lungenfelder sind homogen belüftet und frei von Raumforderungen
  • Thoraxwand, knöcherner Thorax und Zwerchfell präsentieren sich unauffällig. Pleuraergüsse oder Hinweise auf einen Pneumothorax sind nicht erkennbar

Diagnose

  • Der röntgenologische Befund, das Signalement des Patienten und die klinischen Symptome deuten am ehesten auf eine kongenitale Pulmonalstenose hin

Ausgang

  • Bei dem Patienten wurde mittels Echokardiographie eine mittelschwere kongenitale Pulmonalstenose festgestellt und eine Behandlung mit β-Blockern begonnen
  • Unter Therapie blieb der Patient klinisch stabil, ohne Anzeichen einer kardialen Dekompensation. Die Belastbarkeit war gut, regelmäßige Kontrolluntersuchungen wurden empfohlen
  • Eine interventionelle Behandlung war aufgrund des stabilen Verlaufs nicht erforderlich

Diskussion

  • Die Pulmonalstenose ist eine angeborene Verengung des Ausflusstrakts der rechten Herzkammer und zählt zu den häufigsten angeborenen Herzerkrankungen beim Hund
  • Meist ist die Pulmonalklappe betroffen (valvuläre Form), seltener liegen sub- oder supravalvuläre Stenosen vor
  • Die Erkrankung führt zu einer konzentrischen Hypertrophie des rechten Ventrikels, turbulenter Strömung und poststenotischer Dilatation der Pulmonalarterie
  • Viele Hunde bleiben asymptomatisch, während bei stärkerer Ausprägung Symptome wie verminderte Belastbarkeit, Synkopen oder Rechtsherzinsuffizienz auftreten können
  • In schweren Fällen kann es zu Arrhythmien und plötzlichem Herztod kommen
  • Die Erkrankung schreitet häufig fort, da das stenotische Areal im Wachstum nicht mit dem Tier mitwächst
  • Eine genetische Ursache ist bei manchen Rassen, z. B. dem Beagle, bekannt

Der Fall steht zur Betrachtung unter folgendem Link zur Verfügung:

https://community.veheri.com/cases/1293489495  (via "open review mode")

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Wir danken Dr. DECVDI Thorsten Rick für diesen spannenden Fallbericht

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